Keine Ruhe, kaum Zeit zum Schreiben. Vor kurzem noch Plantschen gewesen in Boracay, der Urlaubsinsel der Philippinen schlechthin. Anbei eine handvoll Photos. Mehr unter Link und Link.
Das folgende Wochenende gings nach Singapur, mit den Eltern die Stadt ankucken.
Eine Woche und wunde Fuesse spaeter zurueck nach Manila, extra noch den Flug umgebucht und schon Freitags abends geflogen, Samstag in die neue Wohnung nach Marilao, Bulacan, gefahren und gestrichen.
Sonntag Abend zurueck, Alorah hatte ja Montag wieder Schule und Sanie musste noch mal eine Woche ins Buero. Die folgende Woche wieder in Manila, Arbeiten und aufs Einwanderungsamt fahren... prima, auf dem Rueckweg ist mir im Auto ein Hydraulikschlauch geplatzt. Und das mitten in der Mittagshitze. Hatte Glueck, dass ich den Wagen noch in eine Parkluecke bringen konnte. Anschliessend den ganzen Freitag damit verbracht, dass Ersatzfahrzeug flott zu kriegen, da am Samstag endlich unsere Boxen aus Singapur ankommen sollten und wir dafuer wieder in Bulacan sein mussten. Samstag frueh dann nach Bulacan gefahren und die Kisten entgegen genommen, die Wohnung eingerichtet, Sonntag abend wieder zurueck nach Manila, da Alorah Montag wieder Schule hatte. Inzwischen hatte sich die Mutter ihrer Halbschwester ordentlich das Bein gebrochen und eigentlich waere jetzt das Ersatzauto notwendig geworden. Da die gute Frau aber immernoch im Krankenhaus ist, konnten wir den Ersatzwagen weiter nutzen. Montag frueh zurueck nach Bulacan, Auto ausgeladen, dann ins Krankenhaus, die Schwiegermutter abholen. Die hatte am Sonntag abend noch ne Angstattacke (hatte ja erst vor ein paar Monaten Schlaganfall) und musste eingeliefert werden. Nachdem sie wieder zu Hause war, mussten wir noch etwas einkaufen, damit wir abends was zu essen haben sowie beide arbeiten koennen. Irgendwann am spaeten nachmittag dann noch etwas gearbeitet und abends voellig tot ins Bett gefallen.
Geschrieben hatte ich diese Zeilen am vergangenen Montag. Dann hatte ich versehentlichen den Rechner mit dem Fuß getreten und er war mir abgeraucht. Ich saß zu diesem Zeitpunkt nämlich schon in meiner VMware Schulung, aber zurück zur ersten Woche Bulacan, vom 15. bis zum 21. Oktober. Der Rest der Woche lief relativ stressfrei ab, hier ein wenig geräumt und gemacht, die Wohnung auf Fordermann gebracht und das Auto reparieren lassen. Eine Motorhalterung, zwei Spurstangen und ein Radlager, Wechsel der kaputten gegen die neuen Teile, inkl. ein paar anderer kleiner Reparaturen, umgerechnet 50 Euro. Kann man machen. Auto fuhr auch prima danach, nur ein neues säuselndes Geräuch aus dem Motorraum. Trat üblicherweise beim Gas geben auf, heulte aber nicht mit der Drehzahl weiter hoch und säuselte auch nach dem Gas wegnehmen noch ein paar Sekunden weiter. Also nicht der Zahnriemen. Nun, ich sollte bald rausfinden, was es war.
Sonntag abend wieder in Manila angekommen, Alorah nach Hause geschafft und dann nicht allzu spät ins Bett gegangen, am Montag morgen stand Schule an. Ich habe eine Schulung bewilligt bekommen, VMware mit anschließender Zertifizierung. Kostet halb so viel, wie in Deutschland, es fallen keine Reisekosten an und durch die Zeitverschiebung konnte ich abends sogar noch ein paar Kleinigkeiten machen. Also Montag und Dienstag mit dem Taxi dort hin, alles lief prima. Mittwoch selbst gefahren, da ich noch bei der Einwanderungsbehörde vorbei musste, Touristenvisum verlängern. Das Einjahresvisum, welches ich am 1. September bei der gemeinsamen Einreise mit Sanie erhalten hatte, war aufgrund des Singapurabstechers leider verfallen. Der Hinweg zur Behörde sowie der dortige Auffenthalt waren noch gut, wenig Verkehr, alles ging fix, ich war überzeugt davon, rechtzeitig zum Kursbeginn 9:15 Uhr bei MSI zum Training zu sein. Die Rechnung hatte ich aber ohne den Verkehr gemacht. Die Route ist denkbar einfach, auf den Roxas Boulevard für ca. 8km, dann einmal links abbiegen auf die Epifanio de Los Santos Avenue, kurz EDSA, die Hauptschlagader und größter Parkplatz der Stadt. Aber schon auf dem Roxas Boulevard hatte ich erste Probleme. Eingekeilt von allen Seiten von großen LKW musste ich zwangsweise viel zu zeitig links abbiegen. Mitten rein in den noch schlimmeren Stau und keine Wendemöglichkeit. Der Abstecher allein hatte mich 45 Minuten gekostet und ich war allein von EDSA noch wenigstens 5km entfernt. Einmal zurück auf dem Roxas Boulevard gings dann doch gut...EDSA rauf, wähnte mich des Erfolgs, bis ich ein paar Straßenschilder falsch gelesen und wieder auf der falschen Route angekommen war... Nach vielem Aufregen über den Verkehr, schwitzen, der Tanknadel zuschauen, wie sie immer näher gen leer marschiert, hatte ich es dann halb 11 endlich geschafft. Rein ins Parkhaus, rein ins Klassenzimmer, alles gut. Nachmittags raus aus dem Parkhaus, es regnete. Prima, aber egal, ich sitz ja im Auto. Tank fast leer, auch kein Problem, unterwegs war ne Tanke. Ärgerlich aber, Tanke ist links, keine Wendemöglichkeit. Jetzt fährt hier jeder, wie er will, ich aber nicht (mehr).
Das hat seinen Grund. Am Dienstag abend wollten wir nur nochmal schnell zur Werkstatt huschen um zu schauen, ob wir das andere Auto repariert bekommen. Ran an die Kreuzung, aus allen Richtungen standen sie. Also langsam auf die Kreuzung raufgerollt. Plötzlich Gezeter aus der Kreuzungsmitte, Taschenlampe, man in Uniform winkt mich zurück, zeigt auf die Ampel. Moment, Ampel? Dort ist ne Ampel? Ja, da war ein düster schimmernden Rotes Lämpchen. Als der Herr Traffic Enforcer mit der Taschenlampe durch die Windschutzscheibe leuchtete und meine Hautfarbe sah, war auch alles zu spät. Sonst wäre wahrscheinlich nichts gewesen, aber so ließ er mich gleich erstmal zur Seite fahren, packte den Busgeldkatalog aus und wollte mich zu 2000 Pesos (ca. 40 Euro) wegen "rücksichtslosem Fahren" verdonnern. Genau, weil alle anderen so rücksichtsvoll fahren. Hilfe geholt, auf ein Bestechungsgeld von 500 Pesos runtergekriegt.
Nach dem Zwischenfall wird jetzt also überkorrekt gefahren. Was mich hat Blut und Wasser schwitzen lassen, weil jede dieser Tankstellen immer so bescheuert lag, dass ich sie nicht anfahren konnte...auf dem letzten Tropfen Benzin (die Nadel war auf Anschlag) doch noch eine Tanke gefunden. Es hatte in Strömen gegossen inzwischen, es war stockduster, aber die Klimaanlage musste ausbleiben, um Sprit zu sparen. Mir sind die Scheiben von innen beschlagen, ich bin völlig blind gefahren, der absolute Horror. Die Tanke half, ich konnte dann zürig nach Hause fahren...nur war da immernoch das Säuseln aus dem Motor. Ja, fast zu Hause angekommen, fängt blötzlich alles im Auto an zu spinnen, Radio geht an, aus, an, aus, Fenster geht mal noch hoch, mal nicht und es kam, wie es kommen musste, der Karren geht mir aus. Mitten auf der Straße. Und sprang natürlich nicht mehr an. An den Rand geschoben, Sanie angerufen, sie kam vorbei, wir haben uns ein Tricycle geschnappt, sind zur Werkstatt, haben Hilfe gefunden. Die Vermutung lag auf der Hand, das Säuseln kam von der Lichtmaschine. Wir haben die Batterie des kaputten Autos geholt, damit das gerade frisch reparierte Auto starten können und nach Hause gebracht. Beim Abholen der Batterie wurde uns vom Sicherheitspersonal der Mall, auf dessen Parkplatz das Fahrzeug stand, gesagt, dass es bitte weggeräumt werden sollte, da es sonst am folgenden Tag abgeholt und verschrottet würde. Also haben wir abends noch das Auto zur Werkstatt geschoben. War auch gut so, dass wir aus dem Haus waren, Alorahs Vater und seine aktuelle Lebensgefährtin hatten sich grad ziemlich in der Wolle. Also zum Auto, Automatik auf Leerlauf, Sanie ans Steuer, ich habe geschoben. Ein paar Straßenkinder kamen zur Hilfe, sonst wäre das eine sehr lange Nacht geworden. Die Werkstatt war ca. 1km weg, ADAC Abschleppdienst und co. gibts hier leider nicht. Am nächsten Tag noch das zweite Auto hingebracht, Lichtmaschine prüfen und tauschen lassen. Das Hydraulikproblem indes ist weniger schlimm als befürchtet. Der Lüfter des Klimakompressors dreht zu langsam. Damit lief der Kompressor heiß und hat gepumpt wie blöde. Der geplatzte Schlauch ist vom Kompressor. War also kein Motorradöl, was heißt, dass sich die Reparatur auf die Klimaanlage beschränkt.
Egal, nach dem vielen Autoglück haben wir jetzt hoffentlich erstmal Ruhe. Kommen ja auch ganz andere Sachen grad auf uns zu. Der errechnete Geburtstermin war ursprünglich mal der 28. November. Da der Kleine aber jetzt schon ziemlich groß ist, wirds wohl etwas eher werden. Kaiserschnitt wird sich ebenfalls nicht vermeiden lassen, so dass wir wahrscheinlich bereits in 2 bis 3 Wochen den kleinen neuen Erdenbürger begrüßen dürfen. Wir halten euch also auf dem Laufenden.
Jetzt muss ich erstmal ein wenig Arbeiten. Fotos von der neuen Bleibe im Grünen stelle ich diese Woche mal ebenfalls mit ein.
Viele Grüße