Tut uns leid, dass wir uns so selten melden. Die letzten 2 Wochen waren mal wieder der Hit.
In der ersten Woche zu Hause hatte Sam jede Nacht ziemliche Blähungen. Dem armen Kleinen bekommt das Babymilchpulver aus dem Supermarkt nicht so gut, wie es scheint. Dabei haben wir die guten Philipps Avent Flaschen, die angeblich Koliken usw. besser vermeiden, als jedes andere Füttersystem. In den ersten Tagen waren wir leider vermehrt darauf angewiesen, ihn mit der gekauften Milch zu füttern, da es mit dem Stillen erst langsam Fahrt aufnahm. Wir haben zwar auch eine elektrische Brustpumpe, aber dafür muss halt ausreichend Milch da sein. Und so schläft der Kleine tagsüber, wie das sprichwörtliche Baby und nachts isser wach und quengelt. Das macht mir besonders Spaß, ich versuch ja tagsüber noch etwas zu arbeiten. Wir hatten einen ganz guten Rhytmus etabliert, ich bin nachts am Bettchen, Sanie ist dafür früh zeitig ab ca. 6 Uhr dran und ich hole noch etwas Schlaf nach. Zwischen 10 und 11 steh ich dann auf, esse was und beginne mit der Arbeit, immer mit einem Auge auf Sam während Sanie dann ne Runde am Kopfkissen horscht.
Am Freitag, den 23. Nov., gings, wie üblich in die Stadt. Wir hatten uns einen Termin auf der Deutschen Botschaft geholt, damit wir eine Geburtsurkunde beantragen und gleichzeitig einen Passantrag stellen können. Der Termin war von 10 bis 10:45 Uhr. Wir sind also rechtzeitig hier los gefahren. Nur hatten wir die Rechnung ohne den Verkehr und die dusselige Einbahnstraßenführung in Manila gemacht, 11:55 standen wir am Schalter und wurden freundlich abgewiesen, die Passabteilung hat 11 Uhr Annahmeschluss.
Gut, Alorah hatte an diesem Tag eine Mandelentzündung, die dritte in den letzten 3 Monaten und war deshalb nicht in der Schule. Wir konnten sie also direkt abholen und sind wieder hier raus gefahren. Immerhin hatten wir etwas vom Nachmittagsverkehr vermeiden können und waren halbwegs zügig wieder in Bulacan. Ich konnte noch eine Runde arbeiten, bis abends gg. 20:30 der Strom ausfiel. Und das Leiden begann.
Wir hatten zum Abendessen einen frischen Salat mit etwas Thunfisch und frischer Papaya gegessen. Letztere wirkt abführend...besonders bei Kindern. Und das bei komplettem Stromausfall. Die Handys waren gottseidank gut geladen, so dass wir die stetigen Windelwechsel wenigstens ein bisschen ausleuchten konnten. Abgesehen vom Licht isses hier auch sehr warm, so dass wir mit Lüfter über Nacht schlafen. Gut, nicht in der Nacht. Am nächsten Morgen ab etwa 7 Uhr war der Strom wieder da, ein LKW hatte eine Leitung hier in der Gegend gekappt.
Aufgrund des ganzen Chaoses waren wir dann am Samstag nichtmal mit Alorah beim Arzt gewesen. Die Mandelentzündung heilte aber gut von alleine ab. Das liegt wohl auch an der "guten" Luft in der Stadt. Am Sonntag abend gings also wieder in die Stadt, Alorah abliefern. Sanie wollte mitkommen, wir haben also Sam hier bei der Schwägerin gelassen, weil es im Auto im Stau zu warm wird, die Klimaanlage funktioniert nur bei ausreichend Kühlung durch Fahrtwind. Ursprünglich war ich dagegen, dass Sanie mit kommt, sie war am Freitag schon mit und hatte abends wieder Schmerzen. Es sollte sich aber herausstellen, dass es gut war, dass sie mit war.
Wir sind rein gefahren, haben zu Abend gegessen, Alorah abgeliefert und sind dann wieder los gefahren. Schon beim Anlassen des Autos heult plötzlich ein Riemen wie Blöde und nach etwa 300 Metern geht die Batterieleuchte im Amaturenbrett an. Ein paar Meter weiter steigt Rauch aus dem Motorraum auf. Also fluchend rechts ran gefahren und geschaut, was da los ist. Nichts gesehen. Es war wieder bereits halb 9 Abends, der Verkehr gottseidank nicht so schlimm. Ich hatte an dem Tag Kühlwasser und Scheibenwaschwasser aufgefüllt, hatte den Ölstand kontrolliert. Ich hatte also vermutet, dass ggf. irgendwo Öl auf ein heißes Blech getropft war und verdampfte. Das "wäre" eine plausible Erklärung für den Rauch gewesen. Gut, wir haben es versucht, wieder angelassen, das Heulen war weg, die Batterielampe weiterhin an. Also die Fenster auf, die Klimaanlage aus, damit Strom gespaart wird und wieder los gefahren. Ca. 500 Meter weiter musste ich wieder rechts ran fahren, es qualmte dieses Mal um so mehr. Mit dem Handy in den Motorraum geleuchtet und das Übel gesehen, der Riemen, welcher die Lichtmaschine antreibt, hing nur noch in Fetzen so rum.
Schnurrstraks hielt ein Taxi nach dem anderen neben uns an und bot Hilfe an. Wir haben den ersten Taxifahrer beim Wort genommen, er wollte uns ursprünglich nur zur nächsten Tankstelle schleppen. Als wir ihm sagten, dass wir eigentlich nach Marilao, Bulacan, müssen, bot er uns an, den ganzen Weg zu schleppen (sind etwa 24km). Preis vereinbart (1500 Pesos, etwa 28 Euro) und zugesagt. Was er da aus seinem Kofferraum als Abschleppseil auspackte, ließ mich schon das erste Mal erschauern. Zum Vorschein kamen 3 Seile von jeweils etwa 1cm Stärke, keines länger als 3m. Mit Verzurren und Verknoten hatten wir ca. 2m Abstand zwischen den Fahrzeugen. Wir sind also los gefahren und es wurde immer besser. Keines der 3 Bremslichter an dem Taxi funktionierte. Ich musste also erahnen, wann der gute Mann auf die Klötzer stieg. In einer Stadt, in der Vorfahrtszeichen mit großer Regelmäßig missachtet werden ein tolles Unterfangen. Wie ich das mal gelernt hatte, habe ich also die Warnblinkanlage angeschaltet. Für die Polizei war das ein Grund, uns anzuhalten. Hääääää???? Der Taxifahrer drückte denen 100 Peso in die Hand, damit waren sie zufrieden und es ging weiter. In einer Seitenstraße etwas später kam Sanie kurz zu mir und klärte mich auf: "Bitte Warnblinker aus, wir fallen zu sehr auf. Wir fahren jetzt fleißig weiter Seitenstraßen, damit nicht noch mehr Polizei auf uns aufmerksam wird. Mit den kurzen Seilen können wir leider nicht auf die Autobahn!" "Leider?" dachte ich mir. "Gottseidank" antwortete meine innere Stimme sofort. Nach etwa 1,5 Stunden stand das Auto dann doch noch wohlbehalten vor der Werkstatt, das Taxi brachte uns heim und wir konnten endlich schlafen gehen. Der Wachmann der Werkstatt meinte, ich sollte gg. 8 Uhr am kommenden Tag wiederkommen. Ich hatte auch damit gerechnet, dass man das Auto in der Werkstatt erkennen würde, aufgrund seiner einzigartigen Lakierung. Damit lag ich auch richtig.
Am nächsten Morgen wurde dann die Lichtmaschine repariert, das Kugellager war festgefahren, der Riemen getauscht und ich konnte wieder von dannen ziehen. Nur schepperte es jetzt ziemlich von vorne rechts. Also am Dienstag wieder in die Werkstatt. Man fragte mich, ob das Lenkrad wackeln würde, ich bejate das...zwischen 60 und etwa 75 schüttelte sich das Ding nur so, dass es eine wahre Freude war. Es wurden zwei Lenkmanschetten und ein Lenker getauscht, das Auto war am Mittwoch wieder abholbereit. Sanie, Sam und ich sind dann am Mittwoch in den Nachbarort zum Sozialamt gefahren, um Elterngeld zu beantragen. Auf dem Weg dahin kam das scheppern wieder. Ich habe die beiden zu Hause abgeliefert und bin wieder in die Werkstatt, man fand, dass das Radlager vorne rechts, welches erst vor einem reichlichen Monat getauscht wurde, defekt war. Das wurde mir dann kostenlos erneuert. Jetzt klappert nur noch etwas leises. Ich vermute einen leicht ausgeschlagenen Querlenker, damit hatte ich bei meinem Passat ja Erfahrungen.
Gestern war hier Feiertag. Also bin ich bereits am Donnerstag in die Stadt gefahren, um Alorah abzuholen. Unterwegs schreibt mir ihr Kindermädchen, dass Alorah heute noch einen Test schreiben müsse, dafür von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden müsse und ob ich das nicht tun könnte. Klar, sagte ich, kein Problem. Ich kam an der Schule an, wartete auf Unterrichtsschluss, dann kam sie raus und wir sind zur Beraterin. Dort gabs erstmal mecker für Alorah, es seien 4 Tests zu schreiben und sie hätte bereits morgens oder spätestens 13 Uhr rein kommen sollen. Auch wurde der vergangene Freitag mit der Mandelentzündung diskutiert. Ich wurde ich irgendwann beordert, draußen zu warten, während Alorah in den verbleibenden 2 Stunden ihre 4 Tests schreiben durfte. Die Beraterin hatte Zweifel, dass sie das schaffen würde, nach 1,5h war sie fertig. Das Kindermädchen erzählte mir nachher, diese Tests würden monatlich geschrieben. Inzwischen vermute ich sogar, dass Alorah ziemlich gut abschneiden wird, sie ist immerhin die viertbeste ihrer Klassenstufe und wird aufgrund ihrer Intelligenz speziell gefördert. Nachdem dieses Unterfangen auch geschafft war, gings zurück nach Marilao. Wir haben satte 3h gebraucht. Ich habe im Anschluss extra mal bei Google Maps geschaut, es sind nur ca. 25 km. Ach ja, und ich hatte ja auch erst ca. 2h gearbeitet. Also von 19:30 noch bis Mitternacht vor die Kiste gehockt. Ursache für die vielen Staus war das lange Wochenende, alles rammelt aus der Stadt. Wird klasse morgen Abend, wenn wir sie wieder rein bringen.
Weil gestern Feiertag war, hat wohl auch jeder hier das Internet genutzt. Das hat mir das Arbeiten sehr schwer gemacht. Ich hab in ca. 10h etwa das Gleiche geschafft, wie in sonst 2 bis 3. Sehr frustrierend alles...
So, jetzt genug gejammert, ich warte jetzt noch, bis die Bilder fertig hochgeladen sind und hoffe, dass hier alles sauber gespeichert wird. Ich werde hier schon seit Ewigkeiten gewarnt, dass es Fehler beim speichern gibt. Werde mir den Text hier gleich nochmal lokal ablegen, damit ich nicht noch mal von vorne anfangen muss. To cut a long story short: Uns allen gehts gut, wir lassen uns nicht unterkriegen.
So, die Bilder sind langsam aber sicher hochgeladen.
 |
| Geburtstagstorte | |
 |
| Das "Problemkind" |
|
 |
| Sam in seiner Hängematte |